Mein Autarkiegrad war ehrlich gesagt eine Katastrophe. Tagsüber hat die Dachanlage fleißig produziert, der kleine Heimspeicher war mittags schon voll, der Rest ging als Einspeisevergütung raus, für 7,78 Cent pro Kilowattstunde. Abends war der Speicher leer und ich musste teuren Netzstrom zukaufen. Irgendwann hatte ich genug davon und habe mir den Jackery SolarVault 3 Pro bei Yuma angeschaut. Was mich dabei wirklich überrascht hat: Das Gerät macht für wahnsinnig viele verschiedene Situationen Sinn. Egal ob Balkonkraftwerk, Dachanlage oder komplett ohne Solar.
Was der SolarVault 3 Pro eigentlich ist
Der SolarVault 3 Pro ist ein Batteriespeicher mit integriertem Wechselrichter. Beides in einer Box, 2.520 Wh Kapazität in der Basiseinheit und bis zu 4.000 Wp PV-Eingangsleistung über vier MPPT-Tracker. In meinem Setup habe ich noch zwei Battery Packs BP2500 dazugestapelt, womit ich auf insgesamt 7.560 Wh Gesamtkapazität komme. Die Technologie dahinter ist LiFePO4, was bei einer angegebenen Lebensdauer von 6.000 Zyklen schon eine Ansage ist.
Das Gerät selbst ist komplett aus Metall, wasserdicht und frostsicher. Es macht einen wirklich wertigen Eindruck, ist aber auch entsprechend schwer, da steckt ein ordentlicher Batteriespeicher drin. Oben gibt es ein kleines Display, auf der einen Seite die DC-Anschlüsse fürs Balkonkraftwerk, auf der anderen einen Schukostecker für die direkte Geräteversorgung und den AC-Anschluss fürs Hausnetz. Die Installation ist denkbar simpel: Battery Packs aufeinanderstapeln, SolarVault 3 Pro oben drauf, fertig. Kein Schrauben, keine Kabelinstallation. In meinem Fall hat das vielleicht 5 Minuten gedauert.

Auf der Rückseite sitzen die acht PV-Eingänge mit MC4-Steckern. Vier MPPT-Tracker sorgen dafür, dass auch bei unterschiedlicher Ausrichtung oder Verschattung der Module jeder Tracker seinen eigenen optimalen Arbeitspunkt findet.

Das Display oben zeigt dir auf einen Blick den aktuellen Ladezustand, PV-Eingangsleistung, Input und Output. In meinem Fall gerade 27% Ladezustand bei 105 Watt Solarleistung. WLAN und Bluetooth sind direkt am Gerät sichtbar.
Szenario 1: Betrieb mit Balkonkraftwerk
Das ist wahrscheinlich das Szenario, das für die meisten hier relevant ist. Du schließt deine Solarmodule direkt per DC-Kabel an den SolarVault an, das Kabel kann bis zu 15 Meter lang sein. Einen eigenen Wechselrichter brauchst du dann nicht mehr, weil der eben schon im Gerät steckt. Tagsüber lädt der Speicher, abends gibt er den gespeicherten Strom über eine normale Steckdose ans Hausnetz ab.
Was ich dabei wahnsinnig praktisch finde: Der DC-Eingang nimmt bis zu 4.000 Wp Modulleistung auf, du kannst also deutlich mehr PV anschließen, als ein klassischer 800-Watt-Mikrowechselrichter erlauben würde. Den brauchst du auch nicht mehr, weil der SolarVault seinen eigenen Wechselrichter mitbringt und bis zu 1.200 Watt ans Hausnetz liefert. Ob die vollen 1.200 Watt am AC-Ausgang aktuell rechtlich gehen, hängt von der geplanten Anhebung des Balkonkraftwerk-Limits ab. Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister ist auf jeden Fall Pflicht. Wenn du noch keinen Überblick über die Balkonkraftwerk-Installation hast, schau dir gerne meinen Artikel zur Yuma Flat 2000 Installation und Home Assistant Integration an, da habe ich das einmal komplett durchgespielt.

Szenario 2: Nachrüsten bei bestehender PV-Anlage
Hier wird es ein bisschen spannender, weil das Gerät dabei eben nicht per DC angeklemmt wird, sondern AC-gekoppelt über eine normale Steckdose ins Hausnetz geht. Das Smart Meter 3P klebt dabei am Zählerkasten und misst auf drei Phasen, wie viel gerade verbraucht und eingespeist wird. Darauf basierend entscheidet der SolarVault selbst, ob er gerade laden oder entladen soll.
Das ist eigentlich genauso, wie du es von einem normalen Heimspeicher kennst, nur eben als Nachrüstlösung ohne Eingriff in die bestehende Anlage. Kein neuer Wechselrichter, keine Kabeländerungen, kein Elektriker für den Speicher selbst. Einzig die Installation des Smart Meters am Zählerkasten sollte ein Fachmann machen. Jackery unterstützt dabei übrigens nicht nur das eigene Smart Meter, sondern auch den EcoTracker oder Shelly-Geräte. Ich setze gerade den EcoTracker ein, weil der bei mir schon vorher im Einsatz war.
Für mich persönlich ist es tatsächlich eine Kombination aus Szenario 1 und 2: Balkonkraftwerk auf der Garage, Dachanlage drüber, und der SolarVault als zusätzlicher Puffer dazwischen. Mein alter Speicher war einfach zu klein. Die echten Zahlen sprechen da eine klare Sprache: Ohne Jackery lag mein Autarkiegrad bei 37%, mit Jackery bewegen wir uns auf rund 50%, an guten Sonnentagen auch mal auf 100%. Die Einspeisevergütung liegt gerade bei 7,78 Cent pro Kilowattstunde, während ich für Netzstrom im Schnitt 25 Cent zahle. Da ist die Rechnung eigentlich ganz einfach.
Szenario 3: Komplett ohne Solar
Das ist das Szenario, das ich am wenigsten erwartet hätte, das mich aber rückblickend am meisten überrascht hat. Der SolarVault lässt sich direkt mit Tibber oder aWATTar verknüpfen. Du loggst dich einmal in der App ein, authentifizierst dich und das war es schon. Ab da kennt der Speicher die aktuellen Strompreise und lädt automatisch dann, wenn der Strom günstig ist, manchmal sogar negativ. An solchen Tagen bekommst du quasi Geld dafür, dass dein Speicher lädt. Wenn der Preis dann wieder steigt, gibst du den gespeicherten Strom ans Haus ab.
Natürlich macht das nur Sinn, wenn die Preisunterschiede groß genug sind. Grob gerechnet komme ich durch Tibber-Arbitrage auf rund 75 Euro Ersparnis im Jahr, zusammen mit dem Solar-Anteil auf etwa 252 Euro. Amortisation bei einem UVP von rund 2.400 Euro wäre damit irgendwann nach 9 bis 10 Jahren erreicht. Ob sich das lohnt, hängt natürlich von der eigenen Situation ab. Aber allein schon als USV-Funktion ist das Gerät interessant: Die Umschaltzeit bei Stromausfall liegt unter 20 ms, was für die meisten Geräte zu Hause vollkommen transparent ist.
Reaktionszeit, Standby und nutzbare Kapazität
Drei Werte, nach denen mich Leserinnen und Leser immer wieder fragen, und die ich bewusst getrennt vom Marketing einordne.
Reaktionszeit der Nulleinspeisung: Das Smart Meter funkt die gemessenen Werte mit unter 3 Sekunden Verzögerung an den Speicher, danach braucht der Wechselrichter noch ein paar Sekunden zum Hochregeln. In der Praxis heißt das: Wenn du die Mikrowelle einschaltest, springt die Speicherleistung nach rund 5 Sekunden auf die neue Last. Für Beleuchtung, Kühlschrank und Dauerverbraucher reicht das locker. Bei kurzen Spitzenlasten wie einem Wasserkocher liegt der erste Teil der Heizphase noch auf dem Netzbezug, bevor der Speicher übernimmt. Wer harte Nulleinspeisung in unter einer Sekunde will, ist mit DC-gekoppelten Lösungen besser bedient. Bei AC-Nachrüstung über Steckdose und Smart Meter gehören diese Sekunden zur Technologie.
Standby-Verbrauch: Jackery macht hier offiziell keine Angabe, und in den Tests, die ich gesichtet habe, wurde der Wert auch nicht sauber gemessen. Erfahrungswert für Speicher dieser Klasse: einstelliger bis niedriger zweistelliger Watt-Bereich, abhängig davon ob WLAN aktiv kommuniziert oder das Smart Meter gerade abfragt.
Nutzbare Kapazität / Entladungstiefe: Auch dazu gibt es keinen harten Hersteller-Wert. Bei LFP-Speichern wie diesem sind in der Praxis rund 95% der Bruttokapazität nutzbar, der Rest bleibt als Schutzpuffer für die Zellen reserviert. Bei meinen 7.560 Wh Brutto sind das also etwa 7.180 Wh, die ich tatsächlich entnehmen kann.
App-Setup und KI-Steuerung
Das App-Setup war ehrlich gesagt das, was ich am meisten gefürchtet hatte. Aber das war leider vollkommen unbegründet. Man registriert sich, legt einen Account an, drückt auf dem SolarVault einmal den Einschaltknopf und dann erkennt die App das Gerät automatisch. WLAN einrichten, Smart Meter hinzufügen, Tibber verbinden, das Ganze hat vielleicht 15 Minuten gedauert.
Die App hat außerdem einen KI-Smart-Modus, der Lade- und Entladezeiten automatisch plant. Ich habe den ehrlich gesagt noch nicht ausgiebig getestet, aber die Grundidee ist, dass das Gerät aus dem bisherigen Verhalten lernt und sich selbst optimiert. Was ich bisher gesehen habe, macht das einen soliden Eindruck.
Jackery SolarVault in Home Assistant
Natürlich wäre das hier nicht alles-automatisch, wenn ich dabei geblieben wäre. Der SolarVault ist bei mir schon ins Home Assistant Energie-Dashboard eingebunden. Ich sehe Ladezustand, geladene und entladene Energie, Netzbezug und Einspeisung direkt im Dashboard. Das ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal, weil es dazu fast keine Informationen gibt.
Derzeit geht das noch über einen kleinen Umweg, den ich in einem separaten Beitrag zur Home Assistant Integration noch ausführlich zeige. Jackery hat eine eigene Home Assistant Integration angekündigt, sie ist Stand heute aber nicht erschienen. Sobald sie da ist, zeige ich das natürlich.
Rabatte und wo kaufen
Gerade läuft der Presale bei Yuma, und die Konditionen sind wirklich gut. Hier mal aufgeschlüsselt, was du aktuell bekommst:
300 Euro Early-Bird-Rabatt auf jede Main-Unit. Also den SolarVault 3 Pro (699 statt 999 Euro), den Pro MAX (899 statt 1.199 Euro) oder den Pro MAX AC (799 statt 1.099 Euro). Der Rabatt ist direkt im Shop als Streichpreis abgezogen.
Bis zu 400 Euro Rabatt auf Komplettsets. Wenn du gleich ein Bundle mit Balkonkraftwerk und Speicher nimmst, sparst du noch mehr. Das 2.000 W Bundle mit SolarVault 3 Pro gibt es zum Beispiel für 999 statt 1.499 Euro.
Gratis Smart Meter im Wert von 129 Euro. Egal ob Einzelspeicher oder Bundle, das Smart Meter landet automatisch im Warenkorb. Ohne Smart Meter fehlt dir die intelligente Steuerung, also ist das ein ziemlich sinnvolles Geschenk.
Gratis DC-Kabel bei Bundles (Wert: 78 Euro). Bis zu vier 2-Meter-DC-Kabel für flexible Modulplatzierung auf dem Balkon.
Gratis Base bei BP2500-Kauf (Wert: 129 Euro). Wenn du eine Erweiterungsbatterie dazunimmst (130 Euro Rabatt, also 499 statt 629 Euro), bekommst du den Standfuß kostenlos dazu.
Im besten Fall sparst du bis zu 866 Euro, wenn du ein Komplettset mit Erweiterungsbatterie nimmst. Aber auch beim reinen Hauptspeicher kommst du auf 429 Euro Vorteil.
Auf meiner Gutschein-Seite findest du außerdem meinen exklusiven 30-Euro-Rabattcode für Yuma, der kommt noch obendrauf.
Nutzt du selbst einen Heimspeicher oder hast du Erfahrungen mit dynamischen Stromtarifen? Ich bin wahnsinnig gespannt, wie sich die Zahlen bei mir über die nächsten Monate entwickeln.
